1. Oktober 2026
Händels „Riccardo Primo“ erstmals im Teatro Real Madrid
Händels „Riccardo Primo, re d’Inghilterra“ kommt erstmals auf die Bühne des Teatro Real. Paul Agnew dirigiert Les Arts Florissants, Hugh Cutting übernimmt kurzfristig die Titelpartie des englischen Königs.

Mainz/Madrid - Am 21. Oktober 2026 widmet sich das Teatro Real in Madrid einer selten gespielten Oper Georg Friedrich Händels: Riccardo Primo, re d’Inghilterra steht erstmals auf dem Spielplan des Hauses. Die konzertante Aufführung bringt Paul Agnew und Les Arts Florissants zusammen; in der Titelrolle ist der britische Countertenor Hugh Cutting zu hören. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr und bleibt die einzige Aufführung des Werks in Madrid.
Händel schrieb die dreiaktige Oper HWV 23 für London und ließ sie am 11. November 1727 im King’s Theatre uraufführen. Im Zentrum steht Richard Löwenherz, der während des Dritten Kreuzzugs nach Zypern gelangt, um seine Verlobte Costanza zu befreien. Er tritt zunächst als Gesandter auf und gerät in einen Konflikt aus Täuschung, Gefangenschaft, Liebe und politischer Macht.
Das Teatro Real bezeichnet Riccardo Primo als Händels einzige Oper über einen englischen Monarchen. Händel verbindet darin das historische Sujet mit der Tradition der barocken Kreuzfahreroper. Die Handlung führt von Costanzas Gefangennahme über die Intrigen des Tyrannen Isacio bis zum militärischen Sieg Riccardos und der Vereinigung des Königspaares.
Neben Hugh Cutting als Riccardo sind Mélissa Petit als Costanza, Alex Rosen als Berardo, Andreas Wolf als Isacio, Juliette Mey als Pulcheria und Paul Figuier als Oronte zu erleben. Cutting übernimmt die Titelrolle kurzfristig für Jakub Józef Orliński, der die Produktion aus persönlichen Gründen verlassen hat.
Für Les Arts Florissants und Paul Agnew ist Riccardo Primo Teil einer internationalen Konzertreihe, die das Werk im Oktober auch nach Dijon, Paris, Barcelona und Valencia führt. Die Madrider Aufführung bildet dabei zugleich das Debüt der Oper am Teatro Real.
Mit Riccardo Primo erweitert das Teatro Real damit sein Barockrepertoire um einen Händel-Titel, der außerhalb spezialisierter Barockprogramme nur selten auf dem Spielplan erscheint. Die konzertante Aufführung stellt dabei Händels vokale Virtuosität und die differenzierte Figurenzeichnung unmittelbar in den Mittelpunkt.

