1. Oktober 2026
Mahlers „Auferstehung“ zum 1000. Auftritt: Der CBSO Chorus feiert in Birmingham
Ein außergewöhnlicher Meilenstein für den CBSO Chorus: Zum Auftakt der Saison 2026/27 stand der Chor des City of Birmingham Symphony Orchestra zum 1000. Mal auf der Bühne. Kazuki Yamada dirigierte Mahlers Zweite Symphonie in der Symphony Hall – ein Werk, das mit seinem großen Chorfinale selbst vom Leben, Sterben und der Auferstehung erzählt.

Mainz/Birmingham - Für seinen 1000. Auftritt wählte der CBSO Chorus kein gewöhnliches Jubiläumsprogramm. Am 17. September 2026 stand in der Symphony Hall Birmingham Gustav Mahlers Zweite Symphonie, die „Auferstehungssinfonie“, auf dem Programm. Kazuki Yamada dirigierte das City of Birmingham Symphony Orchestra; Jess Dandy sang die Altpartie, Anna Patalong sprang kurzfristig für die erkrankte Eleanor Lyons als Sopranistin ein. Der Abend eröffnete zugleich die neue Saison des Orchesters.
Mahler verlangt für seine Zweite eine Besetzung, die sich im Verlauf des Werkes immer weiter öffnet: großes Orchester, Orgel, Solostimmen und schließlich der Chor. Über rund 90 Minuten führt die Symphonie vom Trauermarsch über das „Urlicht“ bis zum Finale, in dem der Chor mit Klopstocks Auferstehungstext einsetzt. Gerade diese Entwicklung macht das Werk für ein Chorjubiläum besonders passend: Der CBSO Chorus wird vom Teil des orchestralen Klangapparats zum entscheidenden Träger des Schlusses.
Der CBSO Chorus wurde 1973 gegründet; sein erstes Konzert fand im Januar 1974 mit Berlioz’ „La Damnation de Faust“ statt. Heute versammelt das Ensemble rund 180 Sängerinnen und Sänger aus Birmingham und den Midlands, die neben dem Singen unterschiedlichen Berufen nachgehen. Studierende, Lehrkräfte, Pflegekräfte und Piloten gehören ebenso dazu wie Musiker. Sein Repertoire reicht von Bach bis Henze, von Opern bis zu Mahlers Symphonien. Mehr als 50 Einspielungen und vier Gramophone Awards gehören zur Geschichte des Chores.
Eng verbunden ist diese Geschichte mit Simon Halsey, der den CBSO Chorus seit 1983 prägte und über Jahrzehnte zu einem international gefragten Konzertchor entwickelte. Unter seiner Leitung gastierte das Ensemble in Europa, Asien, Australien und Nordamerika und trat auch mit den Wiener und Berliner Philharmonikern auf. Halseys Arbeit mit dem Chor gehört zu jener langfristigen Entwicklung, die Birmingham zu einem wichtigen Zentrum der Chormusik gemacht hat.
Der 1000. Auftritt ist zugleich Teil einer größeren musikalischen Linie. Yamada setzt seinen Mahler-Zyklus fort: Auf die Zweite zum Saisonauftakt folgt im Juni 2027 die Dritte Symphonie. Dazwischen stehen weitere große Chorwerke auf dem Spielplan, darunter Brittens „War Requiem“ am 11. November in der Coventry Cathedral – jenem Ort, an dem das CBSO 1962 die Uraufführung spielte –, Weinbergs „The Passenger“ und Verdis „Requiem“.
Der 1000. Auftritt ist damit kein Endpunkt, sondern ein markanter Punkt in einer fortlaufenden Geschichte. Mit Mahlers Zweiter feiert der CBSO Chorus nicht nur seine eigene Vergangenheit, sondern eröffnet zugleich eine Saison, in der der Chor weiterhin eine zentrale Rolle im musikalischen Profil des Orchesters spielt.

