17. September 2026
Yannick Nézet-Séguin dirigiert Verdis „Macbeth“ an der Met
Yannick Nézet-Séguin steht am 22. September bei Verdis „Macbeth“ am Pult der Metropolitan Opera. Die neue Produktion von Louisa Proske bringt Lise Davidsen als Lady Macbeth und Quinn Kelsey in der Titelrolle zusammen.

Mainz/New York - Yannick Nézet-Séguin eröffnet die neue Saison der Metropolitan Opera mit Giuseppe Verdis Macbeth. Am 22. September dirigiert der Music Director des New Yorker Hauses die erste Aufführung der neuen Produktion von Louisa Proske, die damit ihr Met-Debüt gibt. Im Zentrum stehen Lise Davidsen als Lady Macbeth und Quinn Kelsey als Macbeth.
Verdis Shakespeare-Oper verlangt vom Orchester eine Musik, die unmittelbar auf die Abgründe der Handlung reagiert. Düster gefärbte Orchestereinleitungen, die unheimlichen Auftritte der Hexen und die zugespitzten Szenen des Königspaares wechseln mit großen vokalen Ausbrüchen. Nézet-Séguin führt diese unterschiedlichen Ebenen in einer Partitur zusammen, die Macht, Gewalt und Schuld eng mit den Entscheidungen ihrer Figuren verknüpft.
Besonders die Partie der Lady Macbeth gehört zu Verdis markantesten frühen Charakterrollen. Verdi verlangte von der Sängerin keine bloße vokale Schönheit, sondern dramatische Durchschlagskraft, extreme Ausdruckswechsel und eine prägnante Koloratur. Lise Davidsen übernimmt die Partie erstmals an der Met. Quinn Kelsey verkörpert Macbeth, dessen Aufstieg zum König mit dem Mord an Duncan eine Spirale aus Angst, Gewalt und Misstrauen auslöst.
Louisa Proske richtet ihre neue Met-Produktion auf die Mechanismen hinter Macbeths Aufstieg. Die Inszenierung stellt eine repräsentative Welt der Herrschenden einer von Krieg gezeichneten Landschaft gegenüber. Dabei rücken Gewalt, politische Macht und die Folgen eines Herrschaftsanspruchs in den Mittelpunkt.
Für Nézet-Séguin ist Macbeth der Auftakt zu einer Saison mit mehreren großen Opernproduktionen an der Met. Im weiteren Verlauf dirigiert er unter anderem Puccinis Tosca, Strauss’ Der Rosenkavalier und Wagners Parsifal. Hinzu kommt im Oktober die Weltpremiere von Missy Mazzolis Lincoln in the Bardo, ebenfalls unter seiner Leitung.
Mit Macbeth beginnt damit eine Spielzeit, die Nézet-Séguin gleich mit einem Werk von äußerster dramatischer Konzentration eröffnet. Vom ersten Auftritt der Hexen bis zum Zusammenbruch Macbeths verbindet Verdis Musik das Übernatürliche mit der psychologischen Entwicklung eines Herrscherpaares, dessen Streben nach Macht in Gewalt und Zerstörung endet.

