27. August 2026
Staatsoper Berlin startet mit Verdi und Spontini in die neue Spielzeit
Am 5. September beginnt an der Staatsoper Unter den Linden die Spielzeit 2026/27. Zum Auftakt steht Giuseppe Verdis „Rigoletto“ mit Simon Keenlyside in der Titelpartie auf dem Programm. Bereits wenige Tage später folgen „Samson et Dalila“, ein Konzert der Staatskapelle Berlin mit Christian Thielemann und Rudolf Buchbinder sowie am 26. September die Premiere von Gaspare Spontinis „La Vestale“ mit Sonya Yoncheva.

Mainz/Berlin - Berlin bereitet sich auf den Beginn der neuen Opernsaison vor: Am 5. September 2026 eröffnet die Staatsoper Unter den Linden ihr Opernprogramm der Spielzeit 2026/27 mit Giuseppe Verdis „Rigoletto“. Domingo Hindoyan dirigiert die Staatskapelle Berlin, Simon Keenlyside übernimmt die Titelpartie. Ben Bliss ist als Herzog von Mantua zu erleben, Elena Villalón singt Gilda. Die Inszenierung stammt von Bartlett Sher, Bühne und Kostüme wurden von Michael Yeargan und Catherine Zuber gestaltet.
Verdis Drama setzt damit einen markanten musikalischen Akzent zum Saisonauftakt: Im Zentrum steht Rigoletto, der als Hofnarr zwischen der Macht des Herzogs und seiner Rolle als Vater steht. Die musikalische Leitung von Domingo Hindoyan trifft auf eine Besetzung, in der mit Simon Keenlyside ein erfahrener Sänger die zentrale Figur des Abends übernimmt. „Rigoletto“ steht am 5., 11., 17., 19., 23. und 25. September auf dem Spielplan.
Am folgenden Abend, dem 6. September, wechselt das Repertoire von Verdi zu Camille Saint-Saëns: „Samson et Dalila“ steht mit Alexander Soddy am Pult und Jonathan Tetelman als Samson auf dem Spielplan. Marina Prudenskaya übernimmt die Partie der Dalila. Die Produktion stammt von dem argentinischen Filmemacher und Regisseur Damián Szifron. Weitere Vorstellungen folgen am 10. und 13. September.
Auch die Staatskapelle Berlin setzt gleich zu Beginn der Saison einen eigenen Akzent. Für das erste Symphoniekonzert dirigiert Christian Thielemann Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert Nr. 21 C-Dur KV 467 und Anton Bruckners Vierte Symphonie. Solist ist der Pianist Rudolf Buchbinder. Das Konzert findet am 8. September in der Philharmonie im Rahmen des Musikfest Berlin und am 9. September in der Staatsoper Unter den Linden statt.
Zum frühen Saisonprogramm gehört außerdem der Tag der offenen Tür am 12. September. Die Staatsoper Unter den Linden öffnet an diesem Tag ihr Haus für das Publikum. Der Eintritt ist frei.
Am 26. September folgt mit „La Vestale“ von Gaspare Spontini die erste Opernpremiere der neuen Spielzeit. Carlo Rizzi dirigiert die Staatskapelle Berlin, Lydia Steier übernimmt die Regie. In der Titelpartie der Julia ist Sonya Yoncheva zu erleben, David Butt Philip singt Licinius. Marina Prudenskaya übernimmt die Partie der Grande Vestale, Siyabonga Maqungo ist als Cinna zu erleben.
Die Wahl von „La Vestale“ verweist zugleich auf einen besonderen historischen Bezug des Hauses. Spontini war von 1820 bis 1841 erster Generalmusikdirektor der damaligen Königlichen Oper Berlin. Das 1807 in Paris uraufgeführte Werk verbindet die für die französische Oper seiner Zeit charakteristische musikalische und szenische Großdimension mit großen Chorszenen, dramatischer Orchesterwirkung und Ballettmusik. In Lydia Steiers neuer Inszenierung rücken zudem die Mechanismen eines autokratischen Systems in den Mittelpunkt.
Die Saison 2026/27 umfasst insgesamt sechs Opernpremieren. Neben „La Vestale“ folgt im November im Rahmen der Barocktage Francesco Cavallis „La Calisto“ mit Christina Pluhar und ihrem Ensemble L’Arpeggiata sowie der Akademie für Alte Musik Berlin; Regie führt Stefan Herheim, Vera-Lotte Boecker übernimmt die Titelpartie der Calisto. Die Premiere findet am 8. November statt.
Im weiteren Saisonverlauf stehen unter anderem Auftritte von Sängerinnen und Sängern wie Anna Netrebko, Lise Davidsen, Asmik Grigorian, Cecilia Bartoli, Joyce DiDonato und Ludovic Tézier auf dem Programm.
Bereits die ersten Wochen zeigen damit die Spannweite, die die Staatsoper für ihre neue Spielzeit setzt: Verdis dramatische Verdichtung in „Rigoletto“, Saint-Saëns’ französische Oper „Samson et Dalila“, das symphonische Repertoire der Staatskapelle und mit Spontinis „La Vestale“ eine Wiederbegegnung mit einem Komponisten, dessen Geschichte unmittelbar mit dem Haus Unter den Linden verbunden ist.
Der Saisonauftakt führt damit vom vertrauten Verdi-Repertoire über das große Konzertpodium bis zu einer historischen Berliner Opernpartitur – und macht den September zugleich zum Auftakt einer Spielzeit, in der die Geschichte des Hauses und neue szenische Perspektiven eng aufeinandertreffen.

