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6. August 2026

Rossinis „Il viaggio a Reims“: Cecilia Bartoli prägt die Salzburger Wiederaufnahme

Die Salzburger Festspiele nehmen Gioachino Rossinis „Il viaggio a Reims“ in der Inszenierung von Barrie Kosky erneut auf. Im Mittelpunkt steht Cecilia Bartoli als Corinna, deren vokale Gestaltung und Bühnenpräsenz zu den prägenden Elementen der Produktion zählen.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Cecilia Bartoli begeistert in der Hauptrolle von Rossinis "Il viaggio a Reims"
Cecilia Bartoli begeistert in der Hauptrolle von Rossinis "Il viaggio a Reims" | © Decca/Emanuele Scorcelletti

Mainz/Salzburg - Gioachino Rossinis „Il viaggio a Reims“ kehrt 2026 als Wiederaufnahme zu den Salzburger Festspielen zurück. Die Produktion von Barrie Kosky ist vom 5. bis 16. August im Haus für Mozart zu sehen. Gianluca Capuano übernimmt die musikalische Leitung und führt die Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit Les Musiciens du Prince – Monaco und dem Chœur de l’Opéra de Monte-Carlo durch Rossinis anspruchsvolle Partitur.

Im Zentrum steht Cecilia Bartoli als Corinna, die geheimnisvolle Dichterin im Kreis der internationalen Reisegesellschaft, die im Hotel „Zum Goldenen Lilienschild“ auf die Weiterfahrt zur Krönung Karls X. wartet. Bartoli verbindet in dieser Partie vokale Beweglichkeit mit einer ausgeprägten Fähigkeit zur Charakterzeichnung. Ihre Interpretation wurde in der bisherigen Rezeption der Produktion besonders für die Verbindung von technischer Souveränität, sprachlicher Präzision und einer Bühnenpräsenz hervorgehoben, die Corinna innerhalb des großen Ensembles als ruhenden und zugleich außergewöhnlichen Mittelpunkt erscheinen lässt.

Die Salzburger Wiederaufnahme versammelt erneut ein international besetztes Ensemble mit Marina Viotti als Marchesa Melibea, Mélissa Petit als Contessa di Folleville, Tara Erraught als Madama Cortese sowie Edgardo Rocha, Dmitry Korchak, Ildebrando D’Arcangelo, Florian Sempey und Misha Kiria in weiteren zentralen Rollen. Bereits bei den vorherigen Aufführungen erhielt die Produktion positive Kritiken für das Zusammenspiel von musikalischer Präzision, komödiantischem Timing und Koskys klarer Personenführung.

Barrie Koskys Regie richtet den Blick auf die besondere Form von Rossinis Werk: „Il viaggio a Reims“ lebt weniger von einer linearen Handlung als von der Begegnung unterschiedlichster Charaktere, deren Eitelkeiten, Hoffnungen und Erwartungen sich in Arien und großen Ensembles spiegeln. Kosky nutzt diese Struktur und entwickelt daraus ein bewegliches Gesellschaftsporträt, in dem die Dynamik zwischen den Figuren ebenso wichtig wird wie die individuelle Brillanz der Stimmen.

Musikalisch stellt die Oper höchste Anforderungen an das Ensemble. Rossini verbindet Solonummern mit komplexen Finali, in denen zahlreiche Stimmen gleichzeitig eigene Linien behaupten und dennoch ein gemeinsames musikalisches Gefüge bilden müssen. Die Salzburger Produktion setzt genau an dieser Balance an: zwischen virtuoser Gesangskunst, präzisem Zusammenspiel und der besonderen Präsenz von Cecilia Bartoli als Corinna.

Mit der Wiederaufnahme von „Il viaggio a Reims“ treffen Rossinis vokale Architektur, Gianluca Capuanos musikalische Leitung und Barrie Koskys konzentrierte Inszenierung erneut aufeinander – getragen von einer Besetzung, in der Cecilia Bartolis Gestaltung der Corinna den besonderen Akzent des Salzburger Abends setzt.