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20. September 2026

Riccardo Muti bleibt Chicago verbunden

Auch nach seinem Abschied als Musikdirektor kehrt Riccardo Muti regelmäßig zum Chicago Symphony Orchestra zurück. In der Saison 2026/27 stehen drei Programme unter seiner Leitung auf dem Plan – während sich mit Klaus Mäkelä bereits die nächste Ära des Orchesters ankündigt.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Riccardo Muti
Riccardo Muti | © Todd Rosenberg

Mainz/Chicago - Riccardo Muti bleibt dem Chicago Symphony Orchestra eng verbunden. Der Dirigent, der das Orchester von 2010 bis 2023 als zehnter Musikdirektor leitete, kehrt auch in der Saison 2026/27 mehrfach ans Pult zurück. Seit September 2023 trägt er den Titel „Music Director Emeritus for Life“. Drei Programme stehen für ihn in Chicago auf dem Spielplan – zwei im Dezember, eines im April 2027.

Den Auftakt bildet vom 3. bis 5. Dezember ein Programm mit Bartóks Two Pictures, Richard Strauss’ Oboenkonzert und Dvořáks Achter Symphonie. Solist im Strauss-Konzert ist William Welter, Principal Oboe des CSO. Dvořáks Symphonie führt in die böhmische Klangwelt des Komponisten, während Bartók und Strauss unterschiedliche Facetten orchestraler Farbigkeit entfalten.

Vom 10. bis 12. Dezember folgt ein Ausflug ins musikalische Wien. Yefim Bronfman spielt Mozarts Klavierkonzert Nr. 24; Muti eröffnet das Programm mit Cherubinis Ouvertüre in G-Dur. Dazu kommen Walzer und Polkas von Johann Strauss und Josef Strauss. Das Programm verbindet damit Mozarts dramatisch gefärbtes Klavierkonzert mit der festlichen Wiener Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts.

Im April 2027 kehrt Muti schließlich zu Rossini zurück. Vom 8. bis 10. April stehen zunächst Ouvertüre und Ballettmusik aus Wilhelm Tell auf dem Programm, bevor der Chicago Symphony Chorus und die Solisten Rossinis Stabat mater aufführen. Das Werk verbindet die dramatische Intensität der Oper mit der Klangwirkung großer geistlicher Chormusik – ein Repertoire, das Muti seit vielen Jahren begleitet.

Gleichzeitig bereitet das Chicago Symphony Orchestra den Führungswechsel vor. Klaus Mäkelä ist bereits als „Zell Music Director Designate“ präsent und wird im September 2027 offiziell als elfter Musikdirektor seine zunächst fünfjährige Amtszeit beginnen. In der Saison 2026/27 übernimmt er sechs Programme in Chicago und dirigiert zudem seine erste Europatournee mit dem Orchester.

Damit treffen in Chicago zwei Phasen der Orchestergeschichte unmittelbar aufeinander: Muti kehrt als Music Director Emeritus for Life mit Werken von Bartók, Strauss, Dvořák, Mozart und Rossini zurück, während Mäkelä bereits zunehmend Verantwortung übernimmt. Der Wechsel vollzieht sich damit nicht erst mit dem Amtsantritt im September 2027, sondern ist in der laufenden Saison bereits musikalisch präsent.