30. Juli 2026
Münchner Opernfestspiele schließen ihre Saison mit Gounods „Faust“ und Verdis „Rigoletto“ ab
Mit Charles Gounods Faust und Giuseppe Verdis Rigoletto gehen die Münchner Opernfestspiele ihrem Finale entgegen. Zum Saisonabschluss bündelt die Bayerische Staatsoper noch einmal zwei Werke, die auf unterschiedliche Weise von Macht, Verführung und persönlicher Verantwortung erzählen und damit das breite künstlerische Spektrum des Festivals sichtbar machen.

Die Münchner Opernfestspiele steuern auf den Abschluss ihrer diesjährigen Ausgabe zu. Am heutigen Donnerstag, 30. Juli, steht im Nationaltheater Charles Gounods Faust auf dem Spielplan, bevor das Festival am 31. Juli mit Giuseppe Verdis Rigoletto seinen Schlusspunkt setzt. Beide Werke zählen zu den bedeutendsten Opern des 19. Jahrhunderts und stehen exemplarisch für unterschiedliche nationale Traditionen und musikalische Ausdrucksformen.
Mit Faust rückt Gounods lyrische Vertonung des berühmten Goethe-Stoffs in den Mittelpunkt. Zwischen philosophischer Sinnsuche, persönlicher Verführung und tragischem Schicksal entfaltet die Oper eine vielschichtige musikalische Dramaturgie, die große Chorszenen ebenso umfasst wie intime Momente der Hauptfiguren. Im Kontrast dazu erzählt Verdis Rigoletto die Geschichte eines Hofnarren, der seine Tochter vor einer von Machtmissbrauch geprägten Welt bewahren will – und gerade daran scheitert. Die scharf konturierte Figurenzeichnung und die emotionale Intensität machen das Werk bis heute zu einem Höhepunkt des italienischen Musikdramas.
Mit dieser Programmfolge verbinden die Münchner Opernfestspiele französische Romantik und italienisches Musiktheater des 19. Jahrhunderts. Die beiden Werke verdeutlichen den Anspruch des Festivals, das internationale Opernrepertoire in seiner stilistischen Vielfalt zu präsentieren und unterschiedliche kompositorische Handschriften miteinander in den Dialog zu setzen.
Der Abschluss der Festspiele markiert zugleich das Ende eines Sommers, in dem München erneut zum Treffpunkt eines internationalen Opernpublikums geworden ist. Die beiden letzten Aufführungen unterstreichen noch einmal die programmatische Bandbreite des Festivals und zeigen, weshalb große Opernwerke ihre künstlerische Wirkung weit über ihre Entstehungszeit hinaus entfalten.

