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16. September 2026

Marie Jacquot beginnt ihre Amtszeit in Köln

Am 18. September gibt Marie Jacquot in der Kölner Philharmonie ihr offizielles Antrittskonzert als neue Chefdirigentin des WDR Sinfonieorchesters. Mit Wagner, Chopin, Augusta Holmès und Skrjabin setzt die französische Dirigentin auf ein Programm, das bekannte Klangwelten mit einer selten gespielten Komponistin verbindet.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Die Kölner Philharmonie
Die Kölner Philharmonie | © KölnMusik/Guido Erbring

Mainz/Köln - Mit Richard Wagner beginnt für Marie Jacquot ein neues Kapitel in Köln. Am 18. September 2026 gibt die französische Dirigentin ihr offizielles Antrittskonzert als Chefdirigentin des WDR Sinfonieorchesters und eröffnet damit ihre erste Saison in dieser Position. Der Abend in der Kölner Philharmonie trägt den Titel „Aufbruch“ und verbindet Werke von Richard Wagner, Frédéric Chopin, Augusta Holmès und Alexander Skrjabin.

Wagners Vorspiel zum ersten Aufzug von Lohengrin eröffnet das Programm mit einer Musik, die aus feinsten Orchesterfarben entsteht und sich allmählich verdichtet. Jacquot selbst bezeichnet das Stück als eines von Wagners „impressionistischsten“ Werken. Von dort führt der Abend zu Chopins Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll, in dem Yulianna Avdeeva den Solopart übernimmt. Die Pianistin gewann 2010 den Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau.

Nach der Pause weitet sich der Klangraum mit Augusta Holmès’ Andromède. Die 1847 geborene französisch-irische Komponistin verehrte Wagner, und Jacquot versteht diese Verbindung ausdrücklich als einen Bezugspunkt ihrer Programmgestaltung. Holmès’ sinfonische Dichtung gehört zu den selten gespielten Werken des Abends und erweitert den Blick auf eine Komponistin, die im heutigen Konzertbetrieb deutlich weniger präsent ist als viele ihrer männlichen Zeitgenossen.

Den Abschluss bildet Alexander Skrjabins Le poème de l’extase op. 54. Das zwischen 1905 und 1908 entstandene Orchesterwerk führt die Dramaturgie in eine zunehmend expansive Klangwelt. Zugleich verbindet Jacquot damit unterschiedliche musikalische Bezugspunkte: Wie Chopin verbrachte auch Skrjabin prägende Jahre in Paris.

Das Programm ist damit zugleich eine musikalische Visitenkarte der neuen Chefdirigentin. Bekanntes steht neben Entdeckungen, Opernmusik neben sinfonischer Literatur, und Werke verschiedener nationaler Traditionen treten miteinander in Beziehung. Jacquot betont, dass ihr besonders die deutsche Romantik am Herzen liegt; zugleich interessiert sie die Frage, wie Werke aufeinander reagieren und beim Hören neue Perspektiven eröffnen können.

Für das WDR Sinfonieorchester beginnt mit Jacquot eine neue Chefdirigentenzeit. Sie folgt auf Cristian Măcelaru, der das Orchester von 2019/20 bis 2024/25 als Chefdirigent leitete und in der Saison 2025/26 noch als Artistic Partner verbunden war. Jacquot übernimmt ihr Amt zunächst für vier Jahre. Ihr Antrittskonzert setzt dabei bewusst auf die Verbindung von Bekanntem und weniger Bekanntem – und macht aus dem Titel „Aufbruch“ ein Programmprinzip.