20. Juli 2026
Asmik Grigorian als Carmen: Salzburg eröffnet einen Festspielsommer zwischen Tradition und Neubeginn
Die Salzburger Festspiele 2026 stellen mit Georges Bizets „Carmen“ eine der bekanntesten Opernpartien des Repertoires ins Zentrum ihres Programms. Mit Asmik Grigorian in der Titelrolle, Jonathan Tetelman als Don José und einer neuen künstlerischen Leitung verbindet der Festspielsommer vertraute Operngeschichte mit neuen Perspektiven auf Bühne und Interpretation.

Mainz/Salzburg - Mit der Eröffnung am vergangenen Wochenende haben die Salzburger Festspiele 2026 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Veränderungen an der Festivalspitze und eine hochkarätig besetzte Neuinszenierung von Georges Bizets „Carmen“, die am 26. Juli im Großen Festspielhaus Premiere feiert, prägen den Auftakt des Festspielsommers. Im Mittelpunkt steht Asmik Grigorian, die in Salzburg erstmals die Titelpartie übernimmt. Die litauische Sopranistin gehört zu den herausragenden Sängerinnen ihrer Generation und ist international für ihre eindringlichen Interpretationen dramatischer Rollen bekannt.
Bizets 1875 in Paris uraufgeführte Oper erzählt die Geschichte einer Frau, die sich gesellschaftlichen Normen und Besitzansprüchen widersetzt – und an der zerstörerischen Kraft von Leidenschaft und Kontrolle zerbricht. Die Partitur verbindet spanisch geprägte Klangfarben, mitreißende Chorszenen und große vokale Linien mit einer dramatischen Zuspitzung, die von Carmens erster Begegnung mit Don José bis zur tragischen Katastrophe führt. Die Rolle des Don José übernimmt in Salzburg Jonathan Tetelman.
Die musikalische Leitung liegt bei Teodor Currentzis. Für die szenische Umsetzung zeichnet Gabriela Carrizo verantwortlich, Mitbegründerin des belgischen Performancekollektivs Peeping Tom. Ihre Bildsprache trifft auf ein Werk, dessen ungebrochene Wirkung seit fast 150 Jahren aus dem Zusammenspiel von psychologischer Tiefe, körperlicher Präsenz und musikalischer Dramatik entsteht.
Auch über „Carmen“ hinaus setzt der Opernsommer 2026 auf zentrale Werke des Repertoires. Auf dem Programm stehen unter anderem Wolfgang Amadeus Mozarts „Così fan tutte“ und Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“. Damit bleiben die Salzburger Festspiele ihrem künstlerischen Selbstverständnis treu: vertraute Meisterwerke mit internationalem Spitzenensemble zu verbinden und sie durch neue Perspektiven für die Gegenwart zu öffnen.
Der Festspielsommer 2026 steht damit exemplarisch für die besondere Spannung, die Salzburg seit jeher auszeichnet: Ein traditionsreicher Schauplatz der Operngeschichte trifft auf eine neue Ära – sichtbar in den Strukturen des Festivals und hörbar in den Stimmen, die die Bühne des Großen Festspielhauses prägen.

