26. August 2026
Anna Netrebko als Aida in Verona: Starbesetzung für Verdis Oper in der Arena
Anna Netrebko übernimmt am 30. August in der Arena di Verona einmalig die Titelpartie in Verdis „Aida“. An ihrer Seite stehen Yusif Eyvazov als Radamès und Ludovic Tézier als Amonasro. Francesco Ommassini dirigiert die monumentale Zeffirelli-Produktion.

Mainz/Verona - Die Arena di Verona setzt bei Verdis Aida auf eine hochkarätige Besetzung: Am 30. August 2026 übernimmt Anna Netrebko einmalig die Titelpartie der äthiopischen Prinzessin. An ihrer Seite steht ihr ehemaliger Ehemann und langjähriger Bühnenpartner Yusif Eyvazov als Radamès. Ludovic Tézier singt Amonasro, Clémentine Margaine übernimmt die Partie der Amneris. Am Pult der Arena steht Francesco Ommassini.
Netrebkos Auftritt ist Teil einer insgesamt prominent besetzten Aida-Serie beim 103. Arena Opera Festival. Verdis Oper wird in der Inszenierung von Franco Zeffirelli an sieben Abenden zwischen dem 30. Juli und dem 10. September aufgeführt. Die Titelpartie ist dabei unterschiedlich besetzt: Neben Netrebko sind Aleksandra Kurzak und Maria José Siri als Aida vorgesehen. Als Radamès treten unter anderem Roberto Alagna und später Jonas Kaufmann auf.
Für den 30. August ergibt sich daraus eine besondere Konstellation. Netrebko und Eyvazov begegnen sich als Aida und Radamès – zwei Figuren, deren heimliche Liebe in Verdis Oper zwischen persönlichem Begehren und den politischen Fronten eines Krieges steht. Aida ist eine äthiopische Prinzessin, die als Sklavin am ägyptischen Hof lebt; Radamès wird zum Feldherrn bestimmt. Zwischen beiden entsteht damit von Beginn an ein Konflikt, in dem private Gefühle und politische Macht unauflöslich miteinander verbunden sind.
Die Inszenierung stammt von Franco Zeffirelli und setzt auf die Dimensionen der Arena: goldene Pyramiden, monumentale Bühnenaufbauten, farbige Steine und kostbare Stoffe entwerfen ein imaginäres Ägypten, das auf die gewaltigen Proportionen des römischen Amphitheaters zugeschnitten ist. Zeffirellis Produktion gehört zu den markanten visuellen Inszenierungen des Arena-Festivals und kehrt 2026 für sieben Vorstellungen zurück.
Auch musikalisch konzentriert sich der Abend auf Stimmen mit unterschiedlichen Profilen. Netrebko übernimmt mit Aida eine Partie, die zwischen lyrischen Momenten und großen dramatischen Ausbrüchen wechselt. Eyvazov verkörpert den ägyptischen Feldherrn Radamès, während Tézier als Amonasro, Aidas Vater und König der Äthiopier, in die familiären und politischen Konflikte des Dramas eingreift. Margaine ergänzt die Konstellation als Amneris, die ebenfalls um Radamès kämpft und damit zum unmittelbaren Gegenpol Aidas wird.
Die Arena di Verona verbindet die Aufführung zugleich mit ihrer eigenen Geschichte. Aida gehört seit der ersten Aufführung im Amphitheater im Jahr 1913 zu den zentralen Werken des Arena-Festivals. Die Rückkehr der Zeffirelli-Produktion knüpft damit an eine lange Aufführungstradition an, während die wechselnden Besetzungen den einzelnen Abenden jeweils ein eigenes Profil geben.
Besonders dicht ist die Besetzung am 30. August: Anna Netrebko trifft als Aida auf Yusif Eyvazov, Ludovic Tézier und Clémentine Margaine – in einer Oper, deren große Chorszenen, Triumphmarsch und Liebesduett wie geschaffen sind für die Weite der Arena.
Wenn Netrebko am 30. August als Aida in die Arena von Verona tritt, verbindet sich eine der bekanntesten Stimmen der Gegenwart mit Verdis dramatischer Prinzessin und Zeffirellis monumentaler Bühnenvision. Zugleich begegnet sie auf der Bühne ihrem ehemaligen Ehemann Yusif Eyvazov, mit dem sie über Jahre auch künstlerisch verbunden war. So treffen die persönliche Geschichte zweier Künstler und die dramatische Konstellation von Verdis Aida an einem Abend aufeinander.

